Geschichten aus dem Sudkessel


Der WELSER Braumeister erzählt…

 

Frühmorgens sperre ich die Tür zum gemütlich kleinen Sudhaus in der WELSER Gerstl Brauerei auf. Die Stadt liegt noch in friedlichem Schlaf, nur die ersten Vögelchen zwitschern schon ihr Guten-Morgen-Lied in die Freiung hinaus. Richtig idyllisch beginnt also mein Brautag hier in Wels.

 

Während sich der Maischbottich aufheizt, bediene ich schon mal die händische Malzmühle und schrote ein paar Kilogramm Malz für den heutigen Sud. Dann beginnt der mehrstündige Kochvorgang – zuerst maischen, dann läutern und zum Schluss sieden. Beim eigentlichen Sud kommt dann auch noch herrlich duftender Mühlviertler Hopfen in die Sudpfanne. Wenn so dieser köstliche Brauduft durch die Gortana Passage zieht, möchte man sich am liebsten gleich den nächsten Gastgarten zur Jausenzeit suchen!

 

Nach einigen Stunden ist meine Arbeit im Sudhaus getan und ich schicke die fertige Würze in den Keller. Dort kommt die Würze zuallererst in den offenen Gärbottich, wo ich einige Liter Hefe hinzufüge. Jetzt heißt es warten, damit die kleinen Hefeorganismen ihre Arbeit tun können.

Ich war natürlich die letzten Tage auch nicht untätig, so habe ich in einem anderen Gärbottich bereits wunderschön schäumendes, fertig vergorenes Bier. Ich schöpfe also den Hefeschaum ab und pumpe das (fast) fertige Bier in den Lagertank. Hier hat das Bier nun einige Wochen Ruhe vor mir. Zumindest fast. Darf ich doch jede Woche über eine Kostprobe vom Zwicklhahn prüfen, wie weit die Reife des Bieres bereits vorangeschritten ist.

 

Da noch kein Bier für die Abfüllung bereit ist, beende ich nun meine Brautätigkeiten für heute und werde zur penibelsten Putzfrau der Stadt. Denn erst wenn die gesamte Brauerei blitzeblank glänzt, ist es Zeit für mich, meinen Brautag in der WELSER Gerstl Brauerei zu beenden.

Eigentlich könnte ich mir ja jetzt gleich noch zum Feierabend eine Halbe Gerstl Bräu im schattigen Gastgarten gönnen. Na dann, Prost!